Manchmal braucht es keine Maschine

Es gibt Tage in meinem Atelier, da bleibt die Nähmaschine still.

Nicht, weil ich sie nicht mag oder sie mir nicht hilft.

Sondern weil meine Hände etwas anderes suchen.

Dann nehme ich Nadel und Faden.

Setze mich hin.

Und beginne langsam.

Handarbeit ist für mich kein Rückschritt. Sie ist ein bewusster Schritt näher zu mir selbst.

Wenn ich Stoff appliziere und ihn anschließend mit bunten Handstichen fixiere, entsteht etwas besonderes.

Keine perfekte Linie.

Keine Maschinelle Gleichmäßigkeit.

Sondern Freie Stickerei – sichtbare, lebendige Stiche, die zeigen dürfen, dass ein Mensch daran gearbeitet hat.

Diese Stiche brauchen Zeit.

Sie lassen Raum zum Nachdenken.

Manchmal auch zum Schweigen.

Und genau das liebe ich daran.

In einer Welt, die immer schneller wird, ist Handarbeit für mich ein Innehalten.

Ein Spüren.

Ein Erinnern daran, dass Dinge wachsen dürfen – Stich für Stich

Ich arbeite viel mit gebrauchten Stoffen,

Mit Textilien, die schon ein Leben hinter sich haben.

Wenn ich sie von Hand verziere, entsteht eine neue Verbindung:

zwischen dem, was war ,und dem, was werden darf.

Dabei geht es nicht um Können.

Nicht um Technik.

Nicht um Perfektion.

Es geht um das Tun.

Um die Hände.

Um das gemeinsame Arbeiten am Tisch.

Aus genau dieser Haltung ist auch mein Handnähtreff entstanden.

Ein Ort, an dem wir zusammenkommen, mit Nadel und Faden arbeiten, Stoffe verzieren, uns austauschen und einfach Zeit miteinander verbringen.

Ohne Druck.

Ohne Ziel.

Ohne Vergleich.

Ich glaube fest daran, dass es nicht immer mehr braucht.

Manchmal reicht weniger.

Und manchmal reicht es, etwas einfach von Hand zu tun.

Vielleicht geht es nicht darum, alles schneller zu machen.

Sondern wieder näher zu kommen.

Zu den Stoffen.

Zu den Händen.

Zu uns selbst.

Fühl dich inspiriert, Marija

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