Es muss nichts fertig werden

Es gibt etwas, das ich in meiner Arbeit immer wieder neu lernen darf:

Nicht alles muss fertig werden.

Manchmal beginne ich ein Stück und lasse es liegen. Nicht aus Unentschlossenheit, sondern weil es Zeit braucht. Weil Stoffe sprechen. Und weil Hände manchmal erst verstehen müssen, was der Kopf noch nicht weiß.

Wir haben gelernt, Dinge zu vollenden.

Abzuschließen.

Abzugeben.

Doch in der Handarbeit ist das anders.

Ein Stich darf warten.

Ein Stoff darf ruhen.

Ein Gedanke darf offen bleiben.

Ich glaube, dass im Unfertigen etwas sehr wertvolles liegt.

Es nimmt den Druck.

Es erlaubt dem Prozess, sich zu zeigen. Und es gibt Raum für Veränderung.

Wenn ich von Hand arbeite, gibt es kein „schneller“. Nur ein „weiter“.

Und manchmal ist dieses Weiter einfach ein Stillstand.

Nicht alles muss fertig werden, um wertvoll zu sein.

Manches darf einfach sein.

Fühl dich inspiriert, Marija

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