Bevor etwas im Container verschwindet – warum ich Kleidung neu denke

Nicht neu gekauft.
Nicht produziert.
Nicht weggeworfen.

Ich arbeite mit Stoffen, die beinahe im Container gelandet wären.
Warum Upcycling für mich keine Technik, sondern eine Haltung ist – und wie daraus Flow Dresses, Flow Tops und textile Unikate entstehen.

Über Upcycling, Haltung und warum ich Stoffe nicht aufgebe

Es gibt diesen einen Moment.
Bevor etwas weggeworfen wird. Bevor es alt, unbrauchbar oder als erledigt gilt.

Genau dort beginne ich.

Ich arbeite mit Stoffen, die bereits gelebt haben.
Mit Kleidungsstücken, die zu klein geworden sind.
Mit Hemden, T-Shirts, Tischdecken, Arbeitskleidung, Jeans – mein Lieblings Material.
Mit Materialien, die andere aussortieren – nicht aus Lieblosigkeit, sondern weil unser Alltag kaum Platz für das Unperfekte lässt.
Ja, auch mit Kleidungsstücken die einmal Trend waren, und jetzt nicht mehr sind.

Für mich ist das kein Abfall.
Es ist Ausgangsmaterial.

Upcycling ist für mich keine Technik – sondern eine Entscheidung

Upcycling bedeutet für mich nicht:
„Aus alt mach neu.“

Es bedeutet:
hinsehen statt wegsehen.

Ich frage mich:
* Was ist noch da?
* Welche Qualität steckt im Stoff?
* Welche Geschichte bringt er mit?
* Was kann daraus entstehen, wenn ich mir Zeit nehme?

Zeit ist dabei kein Nebeneffekt.
Zeit ist Teil der Arbeit.

Ich arbeite langsam.
Mit der Hand.
Mit Pausen.
Mit Nachdenken.

Nicht jedes Stück wird geplant. Viele entstehen im Prozess – im Tun, im Ausprobieren, im Verwerfen.

Warum ich Kleidung nicht einfach entsorge

Weil Stoffe Ressourcen sind.
Weil Arbeit darin steckt.
Weil Erinnerungen daran haften.

Und weil ich glaube, dass wir verlernt haben, Dingen zuzuhören.

Ein zu eng gewordenes Kleidungsstück ist nicht „falsch“. Es passt nur nicht mehr in einen bestimmten Moment.
Ich nehme diese Stücke auseinander.
Ich kombiniere neu.
Ich verbinde Gegensätze.

Aus einer zu kleinen Hose wird eine neue.
Aus einem T-Shirt und alten Stoffen entsteht ein Flow Top.
Aus mehreren Schichten wächst ein Flow Dress – meine Butterfly Linie – weit, beweglich, frei.

Flow – Kleidung, die sich nicht festlegt

Meine Flow Dresses und Flow Tops sind aus dieser Haltung entstanden. Sie folgten keiner klassischen Konfektionslogik.
Sie sind:
* nicht eng
* nicht streng
* nicht saisonal gedacht

Sie lassen Raum.
Für Bewegung.
Für Veränderung.
Für den Körper – und für den Menschen darin.

Manche haben innen Schnürungen, um die Taille zu betonen.
Andere bleiben ganz offen.

Nichts muss.
Alles darf.

Kreativität entsteht für mich als Begrenzung

Ich kaufe keine neuen Stoffe für diese Arbeiten, für gar keine Arbeiten.
Ich arbeite mit dem, was da ist.

Das ist keine Einschränkung – das ist der Motormeiner Kreativität.

Unterschiedliche Muster, Farben, Qualitäten treffen aufeinander.
Manchmal widersprüchlich.
Manchmal überraschend ruhig.

Ich lasse diese Spannung zu.
Sie gehört zu meiner Arbeit.

Zwischen Container und Kunst

Viele meiner Materialien wären beinahe im Container gelandet. Manche standen schon daneben.

Was daraus entsteht, ist kein Trend.
Und kein Massenprodukt.

Es sind textile Unikate.
Einzelstücke.
Langsam entstanden.

Ich zeige sie nicht, um zu sagen. „So, musst du leben.“

Sondern um zu zeigen: Es gibt Alternativen.

Manchmal träume ich von einem lichtdurchfluteten Raum, dessen Tür offen steht.
Ein Ort, an dem Stoffe liegen dürfen, Gespräche entstehen und Arbeit Zeit haben darf.

Zeitlos by Marija

Meine Arbeit bewegt sich zwischen:
* Wiederverwertung
* Handwerk
* Kreativität
* und Haltung

Ich nähe, weil ich glaube, dass Wertschätzung sichtbar werden darf.

Nicht laut.
Aber ehrlich.

Fühl dich inspiriert, Marija

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