Warum ich Menschen mit alten Stoffen überraschen möchte – über Upcycling, textile Kunst und Fair Fashion

Warum ich Menschen mit alten Stoffen überraschen möchte

Ich habe lange gedacht, es ginge mir ums Verkaufen.

In Wahrheit geht es mir um etwas ganz anderes.

Es geht mir darum, Menschen zu überraschen.

Nicht laut.

Nicht mit Effekten.

Sondern mit diesem einen Moment, in dem jemand innehält und sagt: “ Was? Das war einmal eine alte Spitzdecke?“

oder:

„Das was eine getragene Jacke?“

Genau dieser Moment interessiert mich.

Ich arbeite mit alten Stoffen. Mit Jeans, die schon ein Leben hinter sich haben.

Mit Spitzendeckchen, Tischdecken, Resten und Fragmenten. Materialien die oft übersehen werden — und die im Kontakt von Upcycling Mode und nachhaltiger Fashion plötzlich eine neue Bedeutung bekommen.

Für mich sind sie das Gegenteil von Abfall.

Diese Stoffe tragen Zeit in sich.

Berührungen.

Alltag.

Geschichten, die man nicht mehr genau kennt – aber die man fühlen kann.

Ich schneide sie nicht aus ihrer Vergangenheit heraus. Ich nehme sie ernst. Und ich führe sie weiter – als tragbare textile Kunst.

Als ich kürzlich vom Fair Fashion Contest gelesen habe, war mir sofort klar: Ich mache mit.

Nicht, um zu gewinnen.

Nicht, um zu überzeugen.

sondern um gesehen zu werden – und um zu zeigen, was alles möglich ist, wenn man mit Vintage Stoffen, Zeit und Respekt arbeitet.

Was entstehen kann, wenn man Stoffe nicht wegwirft, sondern ihnen zuhört.

Meine Arbeiten wollen nicht erklären.

„Während ich diesen Text schreibe, hängt neben mir ein Mantel.

Er heißt — Sich befreien –. Er ist aus alten Stoffen entstanden – und trägt genau das, wovon ich hier erzähle.“

Sie wollen überraschen.

Sie dürfen tragbar sein.

Und gleichzeitig etwas erzählen.

Sie dürfen widersprüchlich sein.

Roh und zart.

Alt und Gegenwärtig.

Ich glaube nicht daran dass Fair Fashion laut sein muss.

Ich glaube an Berührung.

An Staunen.

An dieses leise Umdenken, das passiert, wenn jemand merkt: Das hier ist schön. Und es war einmal etwas ganz anderes.

Vielleicht bleibt jemand stehen.

Vielleicht schaut jemand genauer hin.

Vielleicht nimmt jemand eine alte Spitzendecke plötzlich anders wahr.

Das reicht mir.

Denn genau dort beginnt Veränderung – nicht im Erklären, sondern im Erleben.

Fühl dich inspiriert, Marija

Nach oben scrollen