Bevor auch nur ein Möbelstück bewegt wird, stehe ich in meinem Kreativraum mit Skizze und Maßband in der Hand.
10 Quadratmeter.
Mehr ist es nicht – und doch soll hier alles Platz finden, was mein kreatives Arbeiten möglich macht.

Mein Nähzimmer ist kein reiner Arbeitsraum. Es ist ein Rückzugsort, Ideenschmiede, Materiallager, Atelier – und gleichzeitig auch ein Raum, in dem ich lebe. Genau deshalb musste ich anfangen, neu zu denken.
Wenn Raum zur Herausforderung wird
In diesen 10m2 müssen viele Dinge zusammenkommen:
ein Bett, Regale für Stoffe, Platz für Maschinen, Arbeitsfläche, Stauraum – und vor allem Luft zum Atmen.
Ich habe gemerkt, dass ich an einen Punkt gekommen bin, an dem Improvisieren nicht mehr reicht. Nicht weil Chaos herrscht. Sondern weil ich spüre, dass mein Raum mich wieder besser unterstützen darf.

Ich messe Wege ab.
Ich überlege, wie oft ich mich bücke, wie oft ich etwas suche, wieviel Platz meine Arbeit wirklich braucht.
Auch wichtig, die Überlegung: Wenn hier ein Bett steht, dann darf er kein normales Bett sein.
10m2 lassen keine Möbel zu, die nur eine Aufgabe haben.
Jeder Zentimeter muss mitdenken. Also habe ich das Bett neu gedacht – nicht als Schlafplatz, sondern als Stauraum.
Die Idee war schnell da: ein Podest.
Erhöht, klar geplant, funktional.
Noch ist es nur ein Gedanke auf Papier, aber ich weiß schon jetzt: Darunter entsteht Platz für genau die Stoffe, die ich am häufigsten brauche.
Jeans
Reste
Materialien, die immer in Bewegung sind.
Ich messe, rechne, zeichne weiter.
Und merke:
Manchmal beginnt Ordnung mit einer einzigen Entscheidung.
Und plötzlich wird klar:
Es geht nicht darum, mehr Raum zu haben – sondern den vorhandenen Raum klüger zu nutzen.
Planung als Teil der Kreativität
Manche glauben, Kreativität entsteht im freien Chaos.
Für mich entsteht sie dann, wenn Struktur Raum schafft.
Die Skizze auf dem Papier ist kein Bauplan, sondern ein Denkprozess. Ich zeichne, streiche durch, verschiebe gedanklich Möbel.
Dabei wird mir immer klarer:
Jedes Möbelstück in diesem Raum muss mehr als eine Funktion haben.
Ein Bett darf nicht nur ein Bett sein.
Ein Regal darf nicht starr sein.
Ein Tisch darf nicht ständig Platz blockieren.
Dieser Umbau beginnt nicht mit Kaufen oder Aufbauen. Er beginnt mit der Frage:
Was brauch ich wirklich – und was darf dieser Raum mir geben?

Warum jetzt der richtige Moment ist
Vielleicht passt es auch deshalb so gut, weil meine liebste Maschine, meine Juki, gerade beim Service ist.
Während sie eine Pause bekommt, gönne ich meinem Raum dieselbe Aufmerksamkeit.
Ich räume aus, ohne sofort neu einzuräumen.
Ich lasse Fläche leer.
Ich schaue hin, statt zu übergehen. Diese Pause ist kein Stillstand. Sie ist Vorbereitung.
Noch keine Lösung – nur eine Richtung
In diesem ersten Teil gibt es noch kein Ergebnis.
Kein Vorher – Nachher.
Keine fertige Ordnung.
Nur die Ausgangslage.
10m2.
Viele Anforderungen.
Und der Wunsch, einen Raum zu schaffen, der mit mir arbeitet – nicht gegen mich.
Alles Weitere entsteht Schritt für Schritt. Mit Entscheidungen, die sich richtig anfühlen, und mit einem Partner, der zuhört, mein Mann. Es werden Lösungen, die wachsen dürfen.
Dies ist der Anfang.
Fortsetzung folgt
Fühl dich inspiriert, Marija
